Dienstag, 6. Juli 2010

Panik!!!

Tja, da bin ich also schwanger... Entkugelung ist für Ende Oktober angesetzt, d.h. ich hab schon ein gutes Stück geschafft, aber ein bißchen Zeit ist auch noch. Kein Grund zur Panik also! Oder doch?
Alles in allem gehe ich diese ganze Schwangerschaft so entspannt und gelassen wie möglich an, und versuche das Ganze mit Humor zu nehmen. Ok, zugegeben, manchmal könnte ich ein bißchen organisierter sein. Aber dafür hab ich ja meinen Mann! Der ist Planer, der schreibt für sein Leben gerne Listen,... Unglaublich praktisch so ein Mann!
Vor einer Weile hat er beschlossen "Schatz, meinst du nicht wir sollten mal zu diesem 'Infoabend für Schwangere' in der Klinik gehen, und uns das mal anschauen?"
Hmm, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber gut, wenn er meint. Gestern abend war es dann so weit. Infoabend im Krankenhaus. Der findet jeden Montag statt, also war ich beim eintreffen schonmal überrascht über den Andrang. Egal, noch genug freie Stühle, freie Getränke, was will man mehr? Sowohl der Oberarzt als auch die Chefhebamme machten einen sehr netten und kompetenten Eindruck, für mich war soweit alles geklärt.
Aber dann ging es los. Fragestunde!
Himmel über was die Leute sich alles Gedanken machen, was die alles für Fragen stellen,... Wahnsinn!
"Wie lange bleibt ein Frühchen nach der Geburt noch im KH?" (So lange wie nötig!)
"Gibt es denn genug Kreißsääle für alle?" (Kommen die immer alle gleichzeitig?)
"Wenn ich ein Frühchen habe, gibt es denn dann die Möglichkeit, dass es hier untergebracht wird?" (Das hier ist eines der zwei KHs in Hamburg, die auf Frühchen spezialisiert sind, ja, die werden da auch ein Bettchen bekommen)
"Kann ich das nicht auch alles unter Vollnarkose machen?" (Ja klar, das preßt sich sicher ganz von allein nach draußen!)
Nur mal so als kleine Auswahl...

Nun stellen sich mir, als unwissende die ihr erstes Kind bekommt ein paar Fragen:
-Spinnen die alle, oder spinn ich?
-Seh ich das alles zu locker?
-Hab ich zu viel Vertrauen in das Können des Krankenhauspersonals?
-Mach ich mir zu wenig Gedanken?
-Muß man das Gehirn doch schon vor der Geburt abgeben? (Ich dachte immer kurz danach reicht völlig um zur Toffifee-Mama zu mutieren)
-Welchen "So geraten sie am besten in Panik" Ratgeber hab ich verpaßt?

Ja, ich habe Respekt vor der Geburt, mir ist durchaus klar, das rein mehr Spaß macht als raus (wenn nicht, ist da meiner Meinung nach was schief gelaufen!). Ich habe bis jetzt weder eine Hebamme, noch einen Geburtstvorbeireitungskurs, noch mein Kind für ""englisch im Säuglingsalter" oder ähnlichen Blödsinn angemeldet.

Und wenn man dann noch entsetzt angeschaut wird "Wie? Du hast noch keinen Kurs gemacht? Du mußt doch atmen lernen!", dann ist es bei mir völlig vorbei. Solche Leute bekommen nur ein lächeln und das klassische "ach weißt du, ich atme seit 30 Jahren. Nicht professionell, aber es reicht zum überleben!"

Ob ich doch so langsam anfangen sollte Panik zu bekommen?

Kommentare:

Marion hat gesagt…

huhu lineken,
also....
Panik brauchst Du nicht zu haben
und da Du einen Mann hast, der plant, brauchst Du es ja nicht zu machen, aber was auf jedenfall ratsam wäre, einen Kurs zu besuchen Dich eventuell um eine "eigene" Hebamme zu kümmern, so weit es in dem KH geht, wo Du entbinden möchtest.
Und ansonsten, den Rest der Dir (Euch) verbleibenden ruhigen Babylosen Zeit einfach geniessen.
Schönen Tag noch
Marion

Devil's Tailor hat gesagt…

Du machst bestimmt nichts falsch. Frauen bekommen seit tausenden von Jahren Kinder ohne des ganze Brimborium, scheint also auch ohne zu klappen.
Aber ich hab ja auch leicht reden, ich hab ja keine Kinder. ;)

Anonym hat gesagt…

nö! du machst nix falsch. das einzige, was du falsch machen könntest, ist, panik zu schieben!!!!! red mit cay, die hat 2 kinder auf die welt gebracht, oder mit vernünftigen mehrfach-müttern. die können am ehesten raten!

caterina

Klaudia hat gesagt…

ganz ehrlich? ich würde mir da auch keine gedanken machen und sehe das in etwa so locker wie du. ich halte das ganze aufhebens, das die leute ums kinderkriegen machen für völlig übertrieben und irgendwelche kurse für geldabzocke - wie hat es die menschheit bloß bis heute geschafft ohne geburtsvorbereitungskurse, schwangerschaftsyoga und babyschwimmen? ^^ du machst das eh super! alles wird gut. und das kind hat von einer entspannten mutter auch mehr als von einer, die von kurs zu kurs hetzt und dem säugling einen stundenplan verpasst.

Hesting hat gesagt…

Meine Schwester hat auch keine Kurse gemacht, hat aber schon fast immer ;) eine Hebamme zur Seite.
Das Mädel ist ja nun seit einem Monat da und es ist weiter alles relativ unproblematisch.
Also hör auf Deinen Bauch und laß Dir das mit der Hebamme noch mal durch den Kopf gehen. :)

Caythlin hat gesagt…

*grins*
So ähnlich hab ich auch gedacht, wie ich das erste Mal schwanger war. Den Geburtsvorbereitungskurs empfand ich als völlig überflüssig (zu Recht, hinterher wurde doch alles irgendwie anders...) und beim zweiten bin ich zum Schluß nur mal hingegangen, damit ich ungefähr wusste, mit wem ich auf einem Zimmer kommen könnte und mit wem ich es bitte vermeiden möchte (hat prima geklappt *g*).
Richtige Atmentechnik hilft schon, das ist richtig - aber im Allgemeinen steht da eine Hebamme neben dir und sagt dir, wie du atmen sollst... ganz egal, ob du nun in so einem kurz warst oder nicht ;)
Also nur keine Panik!

hafmey hat gesagt…

Sag bloß, du hast noch keinen Geburtsplan, in dem du genau festlegst, wie die Geburt gefälligst abzulaufen hat?!? Also wirklich...

Giliell hat gesagt…

-Spinnen die alle, oder spinn ich?

Eindeutig die

-Seh ich das alles zu locker?

Nö, entspannte Eltern haben entspannte Kinder

-Hab ich zu viel Vertrauen in das Können des Krankenhauspersonals?

Du vertraust denen dein Leben an und das deines Kindes. Wenn du denen nicht vertraust, wem dann?

-Mach ich mir zu wenig Gedanken?

Nö, warum solltest du dir jetzt Gedanken um "was wäre wenn" machen. Es kommt, wie es kommt, vernünftig bist du eh, also genieß was immer du kannst.

-Muß man das Gehirn doch schon vor der Geburt abgeben? (Ich dachte immer kurz danach reicht völlig um zur Toffifee-Mama zu mutieren)

Nein, aber hüte dich vor der Stilldemenz ;O)

-Welchen "So geraten sie am besten in Panik" Ratgeber hab ich verpaßt?

Kann ich dir nicht sagen, den hab ich nicht gelesen.

Aber ein paar persönliche Worte zu Vorbereitungskursen, Babyschwimmen und "früher".
Ich persönlich fand den Vorbereitungskurs sehr hilfreich. Ich hatte ein tolles Hebammenteam, das "auf meiner Länge" schwamm. So natürlich wie möglich, so viel Hightech wie nötig. Das fand ich ganz wichtig, so konnte ich mich von meinem persönlichen Gefühl her immer voll auf sie verlassen. Außerdem brauchen nicht alle Kinder 12 Stunden in denen man mal nochmal kurz die Details durchgehen könnte und schnell Bauchatmung üben. Und natürlich auch wissen, was bei einem Kaiserschnitt, PDA und Narkose passiert. Ganz zu schweigen von den Startschwierigkeiten über die sie und hinweggeholfen haben.

Babyschwimmen habe ich mit der Großen gemacht, bei der Kleinen bedauere ich, dass ich es nicht machen kann. Es geht nicht darum einen neuen Marc Spitz heranzuzüchten, sondern darum, mit seinem Baby Spaß im Wasser zu haben, selbst sicher zu werden im Umgang mit diesem Winzling im Wasser und auch darum einfach mal rauszukommen (hinterher Kaffee trinken und lecker Erdbeerquark essen hatte zusätzliche Reize).

Und schließlich zu "früher". "Früher" sind Mütter und Babies elendiglich verreckt bei der Geburt und im Wochenbett. "Früher" wurden Babies gewickelt dass sie sich nicht bewegen konnten. "Früher" wurden Kinder mit Gürteln geschlagen und alle fanden das OK. "Früher" wurde in Gegenwart von Babies und Kindern geraucht was das Zeug hält. "Früher" ist meiner Meinung nach definitiv kein guter Anfang für Tipps bei Geburt und Erziehung.

Giliell hat gesagt…

OK, nachdem ich heute Nacht leider mehr Zeit zum Nachdenken als zum Schlafen hatte fiel mir folgendes noch pro Vorbereitung ein: Man kann deine Wünsche nur respektieren, wenn du selber weißt, was du willst. Und das kann man nur wissen, wenn man die Alternativen kennt. Geburten laufen selten so, wie man sie plant. Und es gibt leider immer noch einige Kreißsaaldrachen, die meinen, eine Mutter sei kein integraler Bestandteil einer Geburt, sondern ein lästiges notwendiges Übel. Unter der Geburt Entscheidungen zu treffen ist etwas schwierig ;o)
Hör auf dich und das was du willst. Ich persönlich kann auch nach 2 Geburten diese Schwärmerei vom tollen Geburtserlebnis nicht teilen (auch wenn es eine sehr intensive Erfahrung war, die ich nicht missen möchte), aber wenn man halbwegs weiß, was passiert ist sie zumindest kein Drama.
Liebe Grüße

Bloody-Vampire hat gesagt…

Line, ich glaube, Du gehst von allen am normalten damit um! Du bist nicht krank, du schaffst "nur" Leben. dafür sind wir gemacht. gut is. Klar verstehe ich die Ängste der Frauen, aber sie hören nicht mehr auf den Instinkt. Er ist ihnen abhanden gekommen. sie sind nicht mehr Rasse Mensch sondern nurnoch Mensch. Sieuen sich nicht mehr und lassen sich einlullen, in dem glauben, das sie alleine nihts mehr schaffen würden. Ich finds gut, das du sie so kritisch beäugst